Systemische Traumatherapie Ausbildung

Die systemische Traumatherapie-Ausbildung am Institut Ruhr in Witten verfügt über ein Alleinstellungsmerkmal. Denn hier werden bewährte und innovative Methoden mit den Techniken des NLP verknüpft. Die zirkulär in Modulen angelegte Ausbildung findet jeweils am Wochenende statt und richtet sich an Teilnehmer aus medizinischen, sozialen und pädagogischen Berufen sowie bereits in der Therapie tätige.

Traumata sind ein komplexes Krankheitsbild

Menschen, die in ihrem Leben traumatischen Erfahrungen ausgesetzt waren, haben oft eine jahrelange Odyssee von Therapeut zu Therapeut hinter sich ohne eine Erleichterung ihrer Symptome zu erfahren. Ein Trauma ist ein Geschehen, das immer von außen auf einen Menschen einwirkt. Sobald etwas an die einst erlebte traumatische Situation erinnert, kommen extrem belastende Gefühle in den Betroffenen hoch. Andere Traumatisierte entwickeln eine Art emotionale Taubheit, um sich von diesem Ansturm der Gefühle zu schützen. Der Körper wird empfindungslos oder wie betäubt. Manche erleben es wie einen Zustand des Eingefrorenseins oder am Rande eines Geschehens zu stehen, das einem Film gleich abläuft. Konventionelle Bewältigungsstrategien wie Flucht oder Kampf versagen. Das Erleben der Betroffenen ist charakterisiert von Ohnmacht, dem Gefühl des Ausgeliefertseins. Die ganze Palette der möglichen Reaktionen dient dazu, das Überleben während des traumatischen Geschehens und danach zu sichern. Soziales Umfeld, aber auch Therapeuten selbst sind mit der Komplexität dieses Krankheitsbildes häufig überfordert. Betrachtet werden die körperlichen und seelischen Folgen des Traumas, aber auch die Defizite bei der Verarbeitung oder Störungen im Kontext des Geschehens. Dabei wird häufig vergessen, sich vor Augen zu halten, dass alle Beobachtungen zunächst lediglich eine Wahrnehmung und nicht eine Interpretation darstellen.

Die Diagnose entsteht durch Kooperation von Patient und Therapeut

Die Psychotherapie muss sich in letzter Zeit immer mehr mit traumatisierten Patienten auseinandersetzen. Diagnosen wie PTSD, dissoziative Identitätsstörung oder DESnos haben Eingang in den klinischen Bereich gefunden und verlangen neue methodische Ansätze. Aus der Sicht der systemischen Traumatherapie gibt es weder das eine typische Trauma noch den allgemeingültigen Therapieansatz. Trotzdem kennen in diesem Bereich ausgebildete Therapeuten die klassischen Diagnosen wie Posttraumatische Belastungssstörung, Borderline oder Erlebniszustände wie Amnesie, Depersonalisation und Derealisation ebenso gut wie die etablierten modernen Therapieansätze, von denen Verhaltenstherapie, EMDR und Imaginative Therapien beispielhaft zu nennen sind. In der systemischen Traumatherapie stellt nicht der Therapeut die Diagnose, sondern sie entsteht in Kooperation mit dem Patienten. Beide Seiten stellen sich ihr Wissen gleichberechtigt zur Verfügung. Während der Patient sein Reiseziel vorgibt, begleitet ihn der systematische Traumatherapeut dabei. Durch dieses Teamwork entsteht am Ende oft ein Weg, der fernab der klassischen Diagnoseschemata liegt. Nicht immer muss das Ziel erreicht werden. Es kann sein, dass unterwegs auch der Weg als das Ziel entdeckt wird. Dieser Ansatz hilft dabei, von vorschnellen Festlegungen Abstand zu nehmen. Es kommt zudem seltener zu Fehlerdiagnosen oder typischen Streitereien, wie sie zwischen den einzelnen Schulen und Therapieausrichtungen auftreten können.

Systemische Traumatherapie verfolgt ressourcenorientierte Ansätze

Ziel einer systemischen Traumatherapie ist es letztendlich, dass Betroffene wieder Stabilität in ihrem Leben und die Kontrolle darüber zurückerlangen. Eine Diagnose oder ein bereits bestehendes therapeutisches Konzept ist nur vorübergehend von Bedeutung. Denn gemäß der systemischen Herangehensweise gibt es keine Realität eines Traumas, das vom Beobachter unabhängig ist. Der Ansatz bei der systemischen Traumaarbeit ist ressourcenorientiert, was bedeutet, es wird auf die Faktoren geschaut, die das Problem am Leben erhalten und solche, die in der Lage sind, die Situation zu verbessern. Sicherheit und Lebensfreude können sich nur entwickeln, wenn analysiert wird, warum ein lange zurückliegendes Ereignis noch heute so bedeutungsvoll ist und welche eigenen Mittel es gibt, dazu beizutragen, den Kreislauf des Traumas zu beenden. Auch die Frage, was das Trauma nährt und somit am Leben erhält, muss in diesem Zusammenhang gestellt werden. Es geht darum, herauszufinden, wie der Weg aus der Dissoziation ins Hier und Jetzt gelingt und was aktuell guttut. Systemische Annahmen gehen dabei immer auf der Metaebene auf die Zirkularität von Ursache und Wirkung ein. Dieser Kreislauf wird sichtbar, wenn das Thema von oben, der sogenannten Metaebene, betrachtet wird. Techniken wie Reframing helfen dabei, diese andere Perspektive einzunehmen. Anhand von Skalenfragen wird erarbeitet, wie die Faktoren, die bereits vorhanden sind, um die Situation zu verbessern, generell anwendbar gemacht werden können. Durch paradoxe Intervention wird analysiert, was passiert, wenn der Betroffene seinen bisherigen Weg weiterverfolgt. Mit zirkulären Fragen wird zudem die Meinung des Umfelds beleuchtet. Eine große Rolle fällt auch der Arbeit mit dem Unterbewussten zu. Eingesetzt werden Techniken wie Hypnotherapie, Hypnosystemische Arbeit oder Metaphernarbeit und viele andere. Dabei darf die systemische Arbeit nicht einfach nur als Bauchladen, der nach Belieben Modelle und Methoden aus dem Hut zaubert, verstanden werden. Das Switchen zwischen den verschiedenen Ebenen ist ein Prozess, der erlernt werden muss. Es geht also eher darum, dass Therapeut und Patient zwischen den einzelnen Ebenen oszillieren.

Systemische Traumatherapieausbildung am Ruhr Institut mit Alleinstellungsmerkmal

Traumatherapie ist erst seit Mitte der 1990er Jahre ein Thema in Deutschland. Die systemische Herangehensweise in der Traumatherapie ergänzt hervorragend die Forschungen und neuen Therapieansätze im Bereich Trauma. Die systemische Traumatherapieausbildung in Witten in Nordrhein-Westfalen hat in ihr Unterrichtskonzept etablierte und kreative Modelle und Methoden aufgenommen. Denn in diesem noch sehr jungen therapeutischen Feld haben sich verschiedene Behandlungsmethoden etabliert. In der vom Institut Ruhr durchgeführten Ausbildung für Traumatherapie, Pädagogik und Beratung werden an sieben Wochenenden grundlegende Erkenntnisse aus den systemischen Methoden, der Ego State Therapie, Brain Spotting, Körperpsychotherapie, Sensomotorischer Psychotherapie, Bindungstrauma-Arbeit (NARM), bifokal-multisensorische Techniken, Somatic Experiencing (SE) vermittelt. Die ganze Ausbildung über findet eine Supervision statt. Am Ende des Lehrgangs steht ein Abschlusskolloquium. Was die Ausbildung am Institut Ruhr von anderen Angeboten im Bereich Traumatherapie unterscheidet, ist ein auf dem Neurolinguistischen Programmieren (NLP) fußender Hintergrund. Konkret bedeutet das, es stehen Techniken und Methoden im Vordergrund, die einerseits der Stabilisierung, aber auch der Konfrontation mit dem Trauma dienen. Im Bereich Therapie, Beratung und Coaching ist mittlerweile der Markenschutz eingezogen. Für Weiterbildungswillige bedeutet das, sie müssen sich meist für eine Methode entscheiden, diese sozusagen “von der Picke auf” lernen und dürfen später nur dann praktizieren, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Genau diesen Ansatz hält das Institut Ruhr für falsch. In jahrelanger Praxisarbeit hat sich hier herausgestellt, dass es nicht die perfekte Methode gibt. Eine erfolgreiche therapeutische Arbeit lebt vom Synergieeffekt der unterschiedlichen Herangehensweisen, was dem Institut Ruhr im Bereich der traumatherapeutischen Ausbildung ein Alleinstellungsmerkmal verleiht. Genau aus diesem Grund schätzt das Institut Ruhr auch, dass die Teilnehmer der Ausbildungen für Traumatherapie und Traumaberatung eine breite Palette an Vorwissen mitbringen. Das schafft innerhalb der Seminare auch einen Mehrwert für die anderen Teilnehmer der Ausbildung.

Wie funktioniert die Ausbildung in systemischer Traumatherapie am Ruhr Institut?

In Witten in Nordrhein-Westfalen findet die Ausbildung in systemischer Traumatherapie entweder in den Räumlichkeiten des Institut Ruhr statt oder in den Schulungsräumen befreundeter Institute. Die integrative systemische Ausbildung ist sowohl system- als auch körperorientiert. Unterrichtet wird im zirkulären Modus. Das bedeutet, der Einstieg ist an jedem Wochenende möglich – mit Ausnahme des Wochenendes, das der Supervision vorbehalten ist. Sind alle sieben Module absolviert, erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat. Die Ausbildung in systemischer Traumatherapie am Institut Ruhr ist stark praxisbezogen und handlungsorientiert aufgebaut. Das bedeutet, der Schwerpunkt in den einzelnen Modulen liegt auf dem Einüben, Trainieren und Anwenden der einzelnen Fähigkeiten. Jedes Seminarwochenende findet zu einem Schwerpunkt statt. Gearbeitet wird anhand von Beispielen. Diese Beispiele stellt entweder der Trainer vor oder die Teilnehmer bringen eigene Beispiele mit. Die jeweiligen Praxiserfahrungen ruhen auf einem soliden theoretischen Unterbau, der fest in jedes Wochenende integriert ist. Die Vermittlung theoretischer Inhalte erfolgt dabei nach dem bewährten Konzept des Institut Ruhr, das einen sofortigen Transfer in die Praxis ermöglicht.

Themenbereiche der systemischen Traumatherapie-Ausbildung am Institut Ruhr

Teilnehmer der Ausbildung erhalten die Möglichkeit, ihre Qualifikationen für die Arbeit mit traumatisierten Menschen weiter zu entwickeln. Es geht bei dem multimethodischen Ansatz des Institut Ruhr darum, Patienten mit Traumata dabei zu unterstützen, wieder zurück in den Alltag zu finden und eine Verbesserung ihrer Symptome und Krankheitsbilder zu erreichen.

Lerninhalte der sieben Module sind:

  • Der Traumatherapeut und seine Rolle
  • Muster von Traumata und Sekundärtraumatisierung
  • Stabilisierung und Installation von Ressourcen
  • Unterschied zwischen einem Trauma und einer belastenden Lebenssituation
  • Bindung und Trauma
  • Bearbeitung von Traumata und charakteristischen Trauma-Mustern
  • Techniken und Methoden systemischer Therapie
  • Ego State Arbeit
  • körpertherapeutische Techniken und Methoden
  • verschiedene imaginative Techniken wie psychodynamische-imaginative Methoden oder Hypnosystemik
  • NLP
  • Brainspotting
  • Hypnotherapie
  • aktueller Stand der Hirnforschung

Zielgruppe und Voraussetzungen zur Teilnahme an der Ausbildung

Interessenten müssen eine abgeschlossene Ausbildung an einer Hochschule oder Fachhochschule im psychosozialen, pädagogischen oder medizinischen Bereich nachweisen. Alternativ eine abgeschlossene Berufsausbildung im sozialen, pflegerischen, medizinischen oder erzieherischen Bereich. Eine Zulassung zur Ausbildung ist ebenfalls möglich, wenn Vorkenntnisse im Bereich Coaching, systemische Beratung, Therapie, Heilpraktiker oder Psychotherapeut nachgewiesen werden und gleichzeitig eine dreijährige Berufserfahrung nachgewiesen werden kann. Interessierte sollten ferner die Möglichkeit haben, Traumatherapie auch konkret in Pädagogik und Beratung durchführen zu können.

Kosten der Ausbildung

Die Ausbildung systemische Traumatherapie kostet 3108 Euro. Sie kann in zwölf Raten zu je 259 Euro entrichtet werden. Komplettzahler erhalten einen Rabatt, die Kosten der Ausbildung betragen dann lediglich 2780 Euro. Angestellte in Nordrhein-Westfalen haben die Möglichkeit, sich die Ausbildung über den Bildungsscheck NRW anteilig fördern zu lassen. Bis 500 Euro werden 50 Prozent der Kosten für Weiterbildungen übernommen.

Abschluss und Zertifikat

Das an die Seminarteilnehmer nach erfolgreichem Abschluss aller Module ausgehändigte Zertifikat entspricht den Bedingungen des “Zertifikat Systemischer Traumaberater” des Verbandes für Lösungsorientierte und systemische Methoden (LöSyM). Es besteht die Möglichkeit, als Zusatzquakifikation das Zertifikat Systemischer Traumapädagoge zu erlangen. Hierfür ist der Besuch des Blockseminars “Traumaarbeit für Kinder” Pflicht. Daneben müssen die Teilnehmer 50 Stunden Peergroup-Arbeit, 50 Stunden Literaturarbeit und -recherche leisten sowie drei Fallberichte anfertigen.

Termine:

  • 06.07.-08.07.2018  (Supervision und Lernfest)
  • 08.06.-10.06.2018   (Basis, Grundlagen, Stabilisierung)
  • 14.09.-16.09.2018  (weitere Stabilisierungsübungen, Akuttrauma und Muster)
  • 12.10.-14.10.2018  (Hypnosyst. Teilearbeit, EST, Komplextraumatisierung)
  • 07.12.-09.12.2018  (Heilsame systemische Körper Arbeit)
  • 08.02.-10.02.2019  (Bindungstraumata auflösen)
  • 12.04.-14.04.2019  (Systemisches Brainspotting)
  • 14.06.-16.06.2019  (Supervision und Lernfest)

Mitgliedschaft

Das Institut Ruhr ist Mitglied im Verband für Lösungsorientierte und systemische Methoden (LöSyM).